Sicherheit Südafrika

Wirtschaftlich gesehen ist Südafrika eines der stabilsten Länder Afrikas, religiöse oder ethnische Konflikte gibt es keine. Generell sind Südafrikaner sehr freundlich gegenüber Touristen eingestellt. Dennoch ist die Armut in weiten Teilen der Bevölkerung hoch und Kriminalität ein Problem, besonders in den größeren Städten. Aber wenn Sie einige Verhaltensregeln konsequent befolgen, ist Südafrika nicht gefährlicher, als andere touristische Ziele dieser Welt. Mehr als 90% der Kriminalität findet in weniger als 10% des Landes statt.

 

Township-Besuche

Gehen oder fahren Sie niemals ohne ortskundige Begleitung in ein Township. Township-Besuche sind eine spannende und interessante Erfahrung, aber nur unter fachkundiger Führung. Oftmals sehen Sie die Townships rechts und links an den Ausfallstraßen der größeren Städte. Tagsüber können Sie diese Ausfallstraßen problemlos befahren, in der Dunkelheit sollten Sie hier nach Möglichkeit nicht anhalten.

 

In größeren Städten

Fahren Sie, besonders nachts und in größeren Städten, mit verschlossenen Autotüren und Fenstern. Die meisten Mietwagen haben heutzutage eine automatische Verriegelung, sobald der Motor startet. Stoppschilder und rote Ampeln dienen der Verkehrssicherheit und sollten aus Angst vor möglichen Überfällen nicht grundlos ignoriert werden. Falls Ihnen doch mal eine Situation verdächtig vorkommt, fahren Sie umsichtig weiter.

 

Überlandfahrten

Auf keinen Fall sollten Sie versuchen, einen Demonstrationszug oder eine spontane Straßensperrung zu durchfahren, halten Sie Abstand und kehren Sie um. Selbstverständlich sollten Sie keine Anhalter mitnehmen und auch selbst nicht trampen. Überlandfahrten sollten Sie nach Einbruch der Dunkelheit vermeiden, wenn Sie die Straßenverhältnisse nicht kennen.

 

Parken

Parken Sie auf ausgewiesenen und nachts beleuchteten Parkplätzen. Lassen Sie keine Wertgegenstände offen im Auto liegen, der Mietwagen ist versichert, Ihr persönliches Eigentum nicht. Für jemanden, der nachts barfuß und frierend durch die Straßen läuft, stellen bereits eine Jacke, ein paar Schuhe oder selbst ein Regenschirm auf dem Autorücksitz durchaus einen Wert dar. Auch offen sichtbare Ladekabel könnten den Eindruck erwecken, im Inneren des Handschuhfachs gäbe es auch die entsprechenden aufladbaren Geräte zu erbeuten.

 

Zu Fuß unterwegs

Wenn Sie unterwegs sind, tragen Sie sowenig Wertgegenstände wie möglich und am besten wenig sichtbar mit sich herum. Meist reicht das Handy, eine Kreditkarte und etwas Bargeld aus. Pässe, Reiseunterlagen, größere Mengen Geld sowie eine Ersatzkreditkarte gehören in den Hotelsafe (und auch wirklich dort hinein und nicht auf den Nachttisch).

Es gibt immer mal wieder Berichte von Überfällen an einsamen Stränden, Wanderwegen oder Touristenattraktionen. Dies sind und bleiben aber Einzelfälle. Nur weil vor Jahren mal ein Tourist am Rhodes Memorial in Kapstadt überfallen wurde, heißt das nicht, dass das Rhodes Memorial für alle Zeiten eine No-Go-Area geworden ist. Wenn möglich, besuchen Sie einsamere Gegenden mit mehreren Personen.

Fragen Sie in Ihrer Unterkunft nach sicheren Fußwegen zu Sehenswürdigkeiten oder Restaurants. Gehen Sie nach Einbruch der Dunkelheit einen kurzen und gut beleuchteten Weg zurück zu Ihrer Unterkunft. Bewegen Sie sich wenn möglich dort, wo weitere Personen unterwegs sind.

 

Öffentliche Verkehrsmittel

Öffentliche Verkehrsmittel sind in Südafrika leider rar gesät. Erkundigen Sie sich in Ihrer Unterkunft, im Restaurant oder in der Tourist Information nach anerkannten Taxi- oder Transferunternehmen, falls Sie mal nicht selber fahren möchten. Deren Fahrer sind offiziell registriert und lizensiert, die Fahrzeuge müssen einmal pro Jahr zur technischen Überprüfung. Natürlich ist auch in Südafrika die Zeit nicht stehen geblieben. Es gibt Apps und Webseiten, auf denen sich jeder mit seinem privaten Fahrzeug als Fahrer anbieten kann. Die Qualität und den Sicherheitsaspekt einer solchen Transportmöglichkeit muss jeder selbst einschätzen.

 

Hinweise zu Einzelfällen

Leider wird in einigen Landesteilen in den letzten Jahren mehrfach über typische „Abzockfallen“ für Touristen berichtet. Jeden Tag starten an den drei internationalen Flughäfen Südafrikas tausende Reisende in ihren Urlaub. Die Chance, dass ausgerechnet Sie in so eine Falle geraten, ist äußerst gering. Dennoch möchten wir einige dieser potentiellen Fallen hier skizzieren:

 

Falsche Polizisten

Stoppen Sie Ihre Fahrt nur, wenn Sie sich ganz sicher sind, von echten Polizisten dazu aufgefordert zu werden. Gelbe Warnwesten, blaue Hemden oder ein Blaulicht auf einem Privat-PKW könnten Fallen sein. Wenn Sie sich unsicher sind, wählen Sie den Polizeinotruf oder navigieren Sie direkt zur nächsten Polizeiwache. Echte Polizeikontrollen sind leicht erkennbar an mehreren Polizeifahrzeugen und entsprechenden Warnbaken.

 

Angebliche Verkehrsstrafen und Mautgebühren

Es ist in Südafrika verboten, Verkehrsstrafen vor Ort in bar zu bezahlen. Bei echten Verstößen bekommen Sie einen Strafzettel, den Sie in einer offiziellen Polizeistation bezahlen müssen. Sollten Sie in so eine Situation kommen, fragen Sie höflich nach einem Strafzettel („ticket“). Auch Mautgebühren („toll“) müssen nur an den entsprechenden Mautstationen gezahlt werden, niemals auf offener Straße bei einzelnen Personen.

 

Angebliche Straßensperren

Folgen Sie niemals Personen, die angeblich einen besseren Weg kennen, weil z.B. eine Straße gesperrt sein soll oder weil Sie sich angeblich in unauthorisiertem Gebiet aufhalten. Ignorieren Sie solche Aufforderungen und setzen Sie Ihre Fahrt umgehend fort, ohne auszusteigen. Insbesondere das Verlangen von Bargeld, welches Sie von einem nahegelegenen Geldautomat abheben sollen, stellt eine Falle dar. Wirkliche Straßensperrungen sind leicht erkennbar und Umleitungen entsprechend ausgeschildert. Kein echter Polizist oder Bauarbeiter würde Sie jemals auffordern zu folgen oder gar Bargeld von Ihnen verlangen.

 

Angebliche Passierscheinpflicht

In einigen Städten kommt es vor, dass Touristen damit konfrontiert werden, gegen Gebühr eine Art Passierschein oder Erlaubnis erwerben zu müssen, um sich in der Stadt frei bewegen zu dürfen. Begründet wird dies mit dem Argument, der Präsident oder eine andere wichtige Persönlichkeit seien vor Ort. Dies ist natürlich blanker Unsinn, Sie dürfen sich in Südafrika überall in der Öffentlichkeit frei bewegen. Ignorieren Sie solche Aufforderungen und weisen Sie im Zweifelsfall darauf hin, sich bei der Polizei über die Echtheit des „Passierscheins“ erkundigen zu wollen.

 

Nummernschilddiebstahl

Wenn Sie Ihren Wagen abgestellt haben und zurückkommen, schauen Sie kurz, ob beide Nummernschilder noch vorhanden sind. Es gibt Berichte über Nummernschilddiebstahl, nach denen Autofahrer von den Dieben während der Weiterfahrt aufgefordert wurden, zur Rückgabe der Schilder anzuhalten oder ihnen zu folgen. Ignorieren Sie solche Aufforderungen und fahren Sie stattdessen direkt zur nächsten Polizeistation, um den Diebstahl zu melden.

Südafrika entdecken. erleben. verlieben.